Ratenzahlungsanbieter – Der große Vergleich

Der Ratenkauf ist eine beliebte und bequeme Zahlungsoption in vielen Onlineshops. Schließlich profitieren Onlinehändlern und Käufer gleichermaßen davon, dass auch größere Anschaffungen bequem in kleinen Monatsraten abbezahlt werden können:

Während der Händler den Kaufpreis für bestellte Waren nämlich meist direkt von einem Zahlungsdienstleister oder einer Bank überwiesen bekommt, kann der Käufer die Summe bequem in kleineren Monatsraten abstottern. Kein Wunder also, dass Ratenkäufe mittlerweile über viele verschiedene Anbieter und in vielen Onlineshops angeboten werden. Wie sich die verschiedenen Ratenzahlungsangebote unterscheiden und worauf beim Ratenkauf zu achten ist, erklären wir hier.

Ratenkauf im Onlineshop – Das Wichtigste in aller Kürze

  • In vielen teilnehmenden Onlineshops kann eine Ratenzahlung direkt als Zahlungsart ausgewählt werden
  • Die Finanzierung des Kaufpreises wird dann über eine Bank oder einen Zahlungsdienstleister vorgenommen
  • Der Kaufpreis wird vom Zahlungsdienstleister oder der Bank an den Verkäufer überwiesen – der Besteller zahlt ihn in kleineren Teilbeträgen ab
  • Für eine Ratenzahlung fallen fast immer Zusatzkosten in Form von Zinsen und Gebühren an
  • Je nach Anbieter können ein Legitimationsverfahren oder die Vorlage weiterer Dokumente (z.B. Einkommensnachweise) erforderlich werden

Zahlungsdienstleister vs. Bank

Werden Ratenzahlungen in einem Onlineshop angeboten, findet eine Finanzierung des Kaufpreises (in den allermeisten Fällen) nicht über den Verkäufer selbst, sondern über eine Bank oder einen Zahlungsdienstleister statt. Ob die Finanzierung der Kaufpreissumme dabei über eine Bank (z.B. die Targobank) oder einen Zahlungsdienstleister (z.B. Klarna) erfolgt, ist insbesondere für den Verkäufer von Bedeutung. Für den Käufer ist das hingegen eher nebensächlich.

Die Einschaltung seines Zahlungsdienstleisters bei Ratenkäufen kann für den Verkäufer verschiedene Erleichterungen sowie eine Vereinfachung interner Vorgänge mit sich bringen. Für den Käufer hingegen ergeben sich keine wesentlichen Unterschiede, sodass die Unterscheidung zwischen „Bank“ und „Zahlungsdienstleister“ für ihn eher nebensächlich ist.

Zwar besteht rechtlich betrachtet ein Unterschied zwischen einer Bank und einem Zahlungsdienstleister – die Gewährung eines (Verbraucher-)Darlehens sowie die Berechnung von Zinsen ist aber beiden Institutionen gleichermaßen erlaubt. Dementsprechend ist es für den Käufer uninteressant, ob eine Finanzierung über eine Bank oder einen Zahlungsdienstleister stattfindet. Wichtig sind lediglich die Konditionen, zu denen eine Finanzierung erfolgt.

Ratenzahlungsanbieter im Überblick:

Ratenzahlung powered by Paypal

Die Ratenzahlung mit PayPal ist eine praktische Ratenzahlungsalternative, die seit 2016 auch in deutschen Onlineshops angeboten wird. Auch Käufer, die noch nicht über ein eigenes PayPal-Konto verfügen, haben die Möglichkeit, den Ratenzahlungsservice des US-Unternehmens zu nutzen.

  • Laufzeit: prinzipiell 6 bis 24 Monate
  • Mindest- und Höchstsumme: prinzipiell zwischen 99 und 5.000 Euro. Händler können abweichende Mindestsummen festlegen
  • Kosten: prinzipiell 9,99 Prozent effektiver Jahreszins, eventuell werden Zusatzgebühren vom Händler erhoben
  • Voraussetzungen: Volljährigkeit, Geschäftsfähigkeit, gültige Bankverbindung, positive Bonitätsprüfung

Vorteile

  • Flexible Laufzeit
  • schnelle und unkomplizierte Abwicklung
  • prinzipiell niedrige Mindestfinanzierungssumme

Nachteile

  • durch zusätzliche Händlergebühren können die Kosten stark variieren

Ratenzahlung mit Klarna

Die schwedische Zahlungsdienstleister Klarna macht Ratenzahlung in teilnehmenden Onlineshops unkompliziert möglich und bietet neben Ratenzahlungen auch Rechnungskäufe an. Für Käufer besonders praktisch ist dabei die Möglichkeit, Rechnungs- unkompliziert in Ratenkäufe umzuwandeln.

  • Laufzeit: flexibel bis zu 24 Monate, Mindestrückzahlungsarte 6,95 Euro
  • Mindest- und Höchstsumme: unklar – individueller Kreditrahmen wird von Klarna bestimmt
  • Kosten: 14,79 Prozent effektiver Jahreszins
  • Voraussetzungen: Volljährigkeit, gültige Bankverbindung, positive Bonitätsprüfung, Rechnungs-, Melde- und Lieferadresse müssen identisch sein, ab 200 Euro schriftlicher Kreditvertrag

Vorteile

  • sehr flexible Laufzeit
  • niedrige Mindestrückzahlungssumme
  • Finanzierung niedriger Summen ohne schriftlichen Kreditvertrag möglich
  • Kosten transparent

Nachteile

  • Kreditrahmen wird von Klarna festgelegt (nach unklaren Kriterien)
  • hohe Zinskosten
  • Melde-, Rechnungs- und Lieferadresse dürfen nicht voneinander abweichen

Ratenzahlung mit Cashpresso

Die Ratenzahlung mit dem österreichischen Anbieter Cashpresso ist unkompliziert und, sofern der Kreditbetrag innerhalb von 60 Tagen zurückgezahlt wird, prinzipiell sogar als 0 Prozent-Finanzierung möglich. Allerdings arbeitet Cashpresso bisher nur mit recht wenigen deutschen Onlinshops zusammen.

  • Laufzeit: flexibel, Mindestrückzahlungsarte: 5 Prozent des Kreditbetrags bzw. min. 20 Euro
  • Mindest- und Höchstsumme: prinzipiell zwischen 20 und 1.500 Euro – individueller Höchstsumme wird allerdings von Cashpresso bestimmt
  • Kosten: Ab Tag 61: 14,99 Prozent effektiver Jahreszins
  • Voraussetzungen: Volljährigkeit, gültige Bankverbindung, positive Bonitätsprüfung, Unterzeichnung eines Kreditvertrag und VideoIdent-Verfahren

Vorteile

  • Sehr flexible Laufzeit
  • niedrige Mindestfinanzierungssumme

Nachteile

  • Hohe Zinskosten ab Tag 61
  • VideoIdent-Verfahren erforderlich

Ratenzahlung mit Consors Finanz

Consors Finanz ist eine Marke der BNP Paribas S.A. Deutschland und Ableger eines französischen Mutterkonzerns. Neben Ratenzahlung in teilnehmenden Onlineshops bietet das Unternehmen auch Online-Ratenkredite und Kreditkarten an.

  • Laufzeit: flexibel, Mindestrückzahlungsarte: 2,5 bis 10 Prozent des Kreditbetrags (mindestens 9 Euro)
  • Mindest- und Höchstsumme: keine– individueller Kreditrahmen bis 5.000 Euro wird von Consors Finanz bestimmt
  • Kosten: 15,90 Prozent effektiver Jahreszins
  • Voraussetzungen: Volljährigkeit, gültige Bankverbindung, positive Bonitätsprüfung, (digitale) Unterzeichnung des Kreditvertrag und Abschluss des VideoIdent-Verfahrens, regelmäßiges Einkommen seit min. 6 Monaten

Vorteile

  • Flexible Laufzeit
  • niedrige Mindestrückzahlungsrate

Nachteile

  • Sehr hohe Zinskosten
  • regelmäßiges Einkommen erforderlich

Ratenzahlung mit EasyCredit

EasyCredit ist ein bekannter Anbieter von Ratenzahlungen – sowohl im stationären Handel als auch in teilnehmenden Onlineshops. Neben der Ratenfinanzierung von Konsumgütern vertreibt EasyCredit außerdem auch „herkömmliche“ Ratenkredite.

  • Laufzeit: zwischen 6 und 26 Monaten (Mindestrückzahlung 20 Euro/Monat)
  • Mindest- und Höchstsumme: zwischen 200 und 5.000 Euro
  • Kosten: unklar – Zins und zusätzliche Gebühren hängen vom betreffenden Onlineshop ab
  • Voraussetzungen: Volljährigkeit, gültige Bankverbindung, positive Bonitätsprüfung, regelmäßiges Einkommen, fester Wohnsitz in Deutschland

Vorteile

  • flexible Laufzeit
  • sehr flexible Finanzierungssumme

Nachteile

  • Unklare Kosten
  • regelmäßiges Einkommen erforderlich

Ratenzahlung mit Payolution

Payolution ist ein österreichischer Online-Zahlungsdienstleister, der unter anderem Ratenzahlungsmöglichkeiten in teilnehmenden Onlineshops anbietet. Allerdings bietet Payolution dabei sogenannte „White-Label“-Zahlungslösungen an. Das bedeutet: Payolution tritt als Zahlungsdienstleister erst dann in Erscheinung, wenn der Kunde die entsprechende Zahlart auswählt. Vorher ist nicht ersichtlich, dass die Zahlung über Payolution erfolgt.

  • Laufzeit: wird vom Händler festgelegt
  • Mindest- und Höchstsumme: wird vom Händler festgelegt
  • Kosten: händlerabhängig, meist ab 6 Prozent effektiver Jahreszins
  • Voraussetzungen: Volljährigkeit, gültige Bankverbindung, positive Bonitätsprüfung, fester Wohnsitz in Deutschland, Rechnungs- und Lieferadresse müssen übereinstimmen, Meldeanschrift muss mit Konto-Adresse identisch sein

Vorteile

  • Kein kompliziertes Legitimationsverfahren erforderlich
  • niedrige Zinskosten möglich

Nachteile

  • Rechnungs- und Lieferadresse sowie Melde- und Kontoanschrift müssen übereinstimmen
  • Laufzeitoptionen und Finanzierungssumme können vom Onlineshop bestimmt werden

Ratenzahlung mit Paylater

Paylater ist die Ratenzahlungslösung des bekannten Zahlungsdienstleisters BillPay und wird bereits in vielen deutschen Onlineshops angeboten. Der Ratenkauf mit Billpay zeichnet sich insbesondere durch eine unkomplizierte Abwicklung und recht flexible Laufzeiten aus.

  • Laufzeit: 3, 6, 12 oder 24 Monate
  • Mindest- und Höchstsumme: prinzipiell keine Mindest- und Höchstsumme – Abweichendes kann allerdings vom Händler bestimmt werden
  • Kosten: Gebühren und effektiver Jahreszins variieren je nach Laufzeit und Onlineshop. Teilweise über 20 Prozent effektiver Jahreszins
  • Voraussetzungen: Volljährigkeit, gültige Bankverbindung, positive Bonitätsprüfung, Rechnungs-, Liefer- und Meldeadresse müssen übereinstimmen

Vorteile

  • Kein kompliziertes Legitimationsverfahren erforderlich
  • recht flexible Laufzeit

Nachteile

  • Teilweise sehr hohe Kosten
  • Rechnungs-, Melde- und Lieferadresse müssen übereinstimmen
  • Mindest- und Maximalfinanzierungssumme je nach Onlineshop verschieden

Ratenzahlung mit der Targobank

Die Targobank ist ein bekannter Anbieter von Krediten und Ratenzahlungsmöglichkeiten. In Teilnehmenden Onlineshops können Ratenfinanzierungen mit der Targobank direkt vorgenommen werden. So kann der Bestellprozess direkt mit dem Kreditantrag verbunden werden.

  • Laufzeit: zwischen 6 und 60 Monate, Mindestrückzahlungsrate 10 Euro
  • Mindest- und Höchstsumme: vom teilnehmenden Onlineshop abhängig
  • Kosten: hängt vom Onlineshop ab, 0-Prozent-Finanzierung möglich. Meist jedoch etwa 9,9 Prozent effektiver Jahreszins
  • Voraussetzungen: Volljährigkeit, gültige Bankverbindung, positive Bonitätsprüfung, fester Wohnsitz in Deutschland, Post-Ident oder Video-Ident-Verfahren, ab 3.000 Vorlage des Gehaltsnachweises, ungekündigtes Arbeitsverhältnis

Vorteile

  • Prinzipiell als echte 0-Prozent-Fianzierung möglich
  • flexible Laufzeit
  • niedrige Mindestrückzahlungssumme

Nachteile

  • Ungekündigtes Arbeitsverhältnis muss vorhanden sein
  • eventuell Vorlage von Einkommensnachweisen erforderlich
  • VideoIdent-Verfahren erforderlich

FAQ

Ist eine Ratenzahlung im Onlineshop auch bei negativer Schufa möglich?

Sind negative Schufa-Einträge vorhanden, die einer Ratenzahlung entgegenstehen, kann diese in teilnehmenden Onlineshops von den Banken bzw. Zahlungsdienstleistern in der Regel nicht bewilligt werden.

Wie lange dauert die Entscheidung darüber, ob eine Ratenzahlung bewilligt wird?

Nach der Beantragung einer Ratenzahlung erfolgt die Entscheidung darüber, ob dem Käufer ein Kreditangebot gemacht werden kann, in der Regel sofort. Je nach Ratenzahlungsanbieter kann danach ein Legitimationsverfahren oder das Übersenden von Dokumenten notwendig sein. Die endgültige Kreditgewährung kann darum unterschiedlich lange dauern.

Wo kann die Zahlungsoption „Ratenzahlung“ ausgewählt werden?

In teilnehmenden Onlineshops kann die Ratenzahlung im letzten Bestellschritt als Zahlungsart ausgewählt werden. Ist die Zahlungsart nicht auffindbar, bietet der Onlineshop keine Ratenzahlungen an.

Welche Voraussetzungen müssen für eine Ratenzahlung prinzipiell erfüllt werden?

Damit der Ratenkauf von der Bank oder dem Zahlungsanbieter gewährt werden kann, muss der Besteller einige Voraussetzungen erfüllen. Welche das sind, hängt vom Ratenzahlungsanbieter ab. Voraussetzungen, die jedoch bei allen Anbietern erfüllt sein müssen sind

  • Volljährigkeit des Bestellers
  • Positive Bonitätsprüfung

Was kostet eine Ratenzahlung?

Für Ratenzahlungen fallen in den meisten Fällen Zinsen und/oder Gebühren an. Diese sind vom Käufer zusätzlich zum eigentlichen Bestellwert zu zahlen. Die Zusatzkosten können dabei sowohl vom Ratenzahlungsanbieter als auch vom Verkäufer berechnet werden.

Welche Gebühren und/oder Zinskosten genau anfallen, kann je nach Onlineshop und Ratenzahlungsanbieter variieren. Für einen genauen Kostenüberblick lohnt sich darum ein Blick in die AGB und Zahlungsbedingungen des betreffenden Onlineshops!

Generelle Vor- und Nachteile beim Ratenkauf

Unabhängig von seinen genauen Konditionen kann ein Ratenkauf verschiedene Vor- aber auch Nachteile haben.

Vorteile

  • Der Kaufpreis muss nicht sofort gezahlt werden
  • Es muss keine komplizierte Kreditaufnahme über eine Bank erfolgen
  • Teure Dispokredite müssen nicht zur Finanzierung genutzt werden
  • Die Ratenhöhe lässt sich meist individuell anpassen
  • In einigen Fällen kann eine 0-Prozent-Finanzierung möglich sein

Allerdings sind auch die Nachteile einer Ratenfinanzierung nicht zu vernachlässigen:

Nachteile

  • Laufen mehrere Ratenkäufe nebeneinander verlieren Käufer schnell den Überblick – es kommt zu Zahlungsrückständen oder zur Überschuldung
  • Im Falle von Krankheit, Arbeitslosigkeit oder sonstigen unvorhergesehenen Ereignissen können Kredite oft nicht mehr rechtzeitig bedient werden – Mahn- und Inkassokosten erhöhen den Zahlungsbetrag dann zusätzlich
  • Bei einigen Ratenzahlungsangeboten fallen hohe oder unübersichtliche Kosten an

Vor- und Nachteile abwägen, Alternativen beachten

Ein Ratenkauf bringt nicht nur eine regelmäßige finanzielle Verpflichtung mit sich. Auch seine Konditionen können je nach Anbieter stark variieren. Sinnvoll ist es darum nicht nur, die Vor- und Nachteile eines Ratenkaufs generell abzuwägen und Kosten genau zu beachten. Auch kann es in vielen Fällen Sinn machen, statt einer zwar einfach abzuschließenden Online-Ratenfinanzierung einen „herkömmlichen“ aber günstigeren klassischen Ratenkredit in Betracht zu ziehen.

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